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Klein aber fein: Gemütliche Festivals mit spannendem Programm

Musikfestivals gibt es wie Sand am Meer. Doch alle reden immer nur über die grossen und klagen gleichzeitig über deren Mainstream-Programme, das Gedränge, die Preise. Hier eine Auswahl von Schweizer Openairs mit attraktivem Line Up und reizvollem Drumherum.

Agentur
sda
Sonntag, 10. Juni 2018, 10:43 Uhr Bern
Kleine Festivals bieten vielleicht keine grosse Namen, dafür viel Neues zum Entdecken. Acts wie etwa die Badener Band Dennis Kiss & The Sleepers (Bild), zu sehen am diesjährigen Openair Wettingen. (Pressebild)
Kleine Festivals bieten vielleicht keine grosse Namen, dafür viel Neues zum Entdecken. Acts wie etwa die Badener Band Dennis Kiss & The Sleepers (Bild), zu sehen am diesjährigen Openair Wettingen. (Pressebild)
Dennis Kiss & The Sleepers

Die Kulisse ist atemberaubend, das Klima zwischen Bergen, auf Rasen und mit dem Wald und der Simmenfall in unmittelbarer Nähe, kühler als anderswo - kurz: Das Mittsommerfestival an der Lenk im Berner Simmental ist der ideale Ort für musikliebende Naturfreunde und Stadtflüchtende.

Das Festival, das am Wochenende vom 22. bis 24. Juni stattfindet, ist vor allem unter den Entdeckern beliebt. Neben Namen wie Züri West, Death By Chocolate und Veronica Fusaro dürften für sie also die Kanadierin Wendy McNeill, die Lausanner Rockband Polar Circles oder der britische Singer-Songwriter Jordan Mackampa von besonderem Interesse sein.

Gratis und mitten im Geschehen geht am 6. und 7. Juli auf der Brühlwiese das Openair Wettingen über die Bühne. Ein garantiertes Highlight wird die schwedische Deltabluesband Black River Delta, die dieses Jahr schon mehrmals vor begeistertem Schweizer Publikum aufgetreten ist. Mit Dennis Kiss & The Sleepers aus Baden tritt aber auch eine lokale Band mit viel Selbstironie und vielversprechenden Folk-Rock-Songs auf die Bühne.

Für nur 25 Franken pro Tag bietet das Mutterschiff Openair in Menziken AG vom 26. bis 28. Juli ein beachtliches Programm mit vielen Schweizer Bands abseits der Hitparadenliste: Der St. Galler Clubmusiker Wassily, die aufstrebende Zürcher Band Tim Freitag oder, aus derselben Stadt, die Musikerin Gina Eté etwa.

Klingt nach Westschweiz, findet aber in Wil SG statt - die Fête de Lion (2.-4.). Auf zwei Bühnen sorgen Acts wie die Balkan-Beats-Formation Šuma Čovjek, die Hamburger Deutschrock-Band Kettcar, die US-amerikanischen Instrumental-Indie-Rocker «Tides Of Man» oder die synthielastige Kölner Popband Xul Zolar für ein spannendes und äusserst vielfältiges Musikprogramm. Ein Festival, bei dem man am liebsten jeden einzelnen Namen gross ankündigen möchte.

Auch wieder kostenlos ist das Funk am See auf der Luzerner Lidowiese. Man kann es aber auch daheim geniessen. Am 17. und 18. August übertragen die Radiostationen 3Fach (Luzern), Radio Gwendolyn (Chiasso) und Radio la Fabrik (Genf) das Programm vollumfänglich und in drei Landessprachen. Neben den Konzerten des 80er-Jahre-Poppers Crimer, des Wiener Elektro-Pop-Duos Leyya sowie einer der dienstältesten Schweizer Punkbands, den Möped Lads, werden Interviews und Hintergrundberichte gesendet.

Zum Ende der Festivalsaison empfiehlt sich das Elite Openair in Langnau im Emmental. Dort stehen vom 30. August bis am 2. September - mitten auf dem Dorfplatz - unter anderem die Berner Latin-Spezialisten Chica Torpedo, die Winterthurer Rockband Jack Slamer, oder die Bieler Modern Day Heroes auf der Bühne.

So viele nationale und internationale Leckerbissen die grossen Openairs wie das Gurtenfestival, das Blue Balls, das Montreux Jazz oder das Paléo auch bieten mögen. Wie bunt und vielfältig die Musikszene derzeit ist, zeigen meistens die kleinen unbekannten.

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