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Auch die Befürworter der Windkraft machen mobil

Die Energieallianz Linth fordert «Fakten statt Polemik» in der Diskussion um die geplanten Windkraftwerke in der Linthebene. Mit einer Petition will sie ein Zeichen setzen und Einfluss nehmen.

Daniel
Fischli
Mittwoch, 16. Mai 2018, 04:30 Uhr Windräder
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SOGL 07.04.15 Niederurnen: Mit Windrädern soll eine neue Energiequelle im Glarner entstehen.

Die Gemeindeversammlung von Glarus Nord soll erst dann über die Windkraftwerke zwischen Bilten und Schänis entscheiden, wenn alle Fakten auf dem Tisch sind. Dies fordert die Energieallianz Linth in einer Petition. Die Energieallianz will damit Einfluss auf den Fahrplan des Gemeinderates nehmen. Dieser muss bis spätestens Anfang 2020 einen Antrag der Windkraftgegner vor die Gemeindeversammlung bringen, der den Bau der Anlagen verhindern würde. Bereits kurz nach der Einreichung haben die Antragsteller von «Linth Gegen Wind» eine möglichst frühe Abstimmung verlangt. Sie soll nach ihren Vorstellungen noch vor dem Vorliegen der Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung stattfinden. Diese sind auf Ende Jahr angekündigt.

Eine «faire Chance»

Die Energieallianz fordert nun, dass dem Projekt «eine faire Chance» gegeben wird. «Die Auswirkungen auf Mensch und Natur sollen seriös geprüft werden. Erst danach soll die Gemeinde darüber entscheiden.»

Die Energieallianz Linth ist ein Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, im Kanton Glarus und in der Linthebene die nachhaltige Energieproduktion zu fördern. Präsident ist der Hochschuldozent Jürg Rohrer aus Niederurnen. Rohrer sagt, die Allianz wolle mit ihrer Petition die Diskussion nicht noch mehr anheizen, aber «ein Zeichen setzen und zeigen, dass es auch Leute gibt, die dem Projekt eine Chance geben».

Gegner verbreiten Angst

Die Energieallianz wirft den Windkraftgegnern vor, sie würden «mit Polemik über die angebliche Gefährlichkeit von Windkraftanlagen» in der Bevölkerung Angst verbreiten. Die Forderung von «Linth Gegen Wind», in der Bauordnung einen Mindestabstand von 700 Metern zu Wohnbauten festzulegen, bezeichnet die Energieallianz als «bewusst übertrieben», damit das Projekt beerdigt werden müsse.

Die Nutzung der Windenergie sei grundsätzlich sinnvoll, so die Allianz. Sie ergänze Fotovoltaik und Wasserkraft optimal, da es in der Nacht mehr winde als am Tag und im Winter mehr als im Sommer. «Mit der Energiestrategie haben wir den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen und mit der Unterzeichnung des Klimaabkommens von Paris den Ausstieg aus den fossilen Energiequellen.» Deshalb werde die Schweiz in Zukunft mehr Strom benötigen. «Dieser Strom muss aber auch irgendwo produziert werden. Dazu können und sollten wir in unserer Region einen Beitrag leisten.»

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Das Bundesgericht hat kürzlich entschieden, dass Windkraftanlagen keine gefährliche Anlagen darstellen. Gegner des Projektes hatten insbesondere damit argumentiert, dass die Nachbarschaft durch Infraschall gestört und das Grundwasser durch Getriebeöl belastet werden könnte. Beide Befürchtungen wurden durch das Gericht als nicht gerechtfertigt angesehen, die Klage wurde abgewiesen. Vor diesem Hintergrund erscheint es wichtig, dass Projekte mit allen ihren Vor- und Nachteilen ausgewogen diskutiert werden können. Ich wünsche den Glarnern eine gute und ausgewogene Debatte.