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Würth steht in den Startlöchern

CVP, SVP und FDP wollen um den frei werdenden Sitz im Ständerat kämpfen. CVP-Regierungsrat Benedikt Würth dürfte heute Freitag seine Kandidatur verkünden.

Christoph
Leiber
Donnerstag, 06. Dezember 2018, 04:30 Uhr Pokern um den Sitz
Noch lässt er sich nicht in die Karten blicken: Benedikt Würth gibt heute Freitag bekannt, ob er für den Ständerat kandidiert.
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Die Sache war vorbereitet: Keine halbe Stunde nach der Wahl von FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter verschickte die St. Galler CVP am Mittwoch eine Medienmitteilung. Darin erhebt die Partei, die seit 2011 nicht mehr im Ständerat vertreten ist, Anspruch auf den frei werdenden Sitz. Wie die Staatskanzlei bereits mitgeteilt hat, findet die Ersatzwahl am 10. März statt. Kandidaturen müssen bis zum 7. Januar gemeldet werden.

Wer für die CVP antritt, steht noch nicht fest. Laut der Medienmitteilung entscheiden die Partei-Delegierten am 15. Dezember darüber. Bereits dieses Wochenende will die Parteileitung laut Kantonalpräsident Patrick Dürr mit einem Vorschlag an die Öffentlichkeit treten. «Wir verfügen über mehrere mögliche Kandidaten», sagt Dürr. Wichtig sei, dass ein Ständerat Führungserfahrung und Durchsetzungsvermögen mitbringe und sich als Brückenbauer einen Namen gemacht habe.

Würth «eine hervorragende Wahl»

Als heisser Anwärter aus der CVP gilt Regierungsrat und Finanzdirektor Benedikt Würth aus Rapperswil-Jona. Dieser will sich noch nicht in die Karten blicken lassen, kündigt jedoch für Freitag vielsagend eine Medienmitteilung an. Kantonalpräsident Dürr bestätigt, dass er mit Würth im Austausch stehe. «Mit seinem Leistungsausweis wäre Beni Würth eine hervorragende Wahl», sagt Dürr und fügt hinzu, dass auch die Nationalräte Markus Ritter, Nicolò Paganini und Thomas Ammann geeignete Kandidaten wären.

Ein möglicher Kandidat für die SVP ist Bildungschef Stefan Kölliker. Er bestätigt sein Interesse.

Anspruch auf den vakanten Sitz im Ständerat meldet auch die SVP an. «Selbstverständlich wollen wir als wählerstärkste Partei im Kanton im Stöckli vertreten sein», erklärt Kantonalpräsident Walter Gartmann. Anfang Januar werde die Partei entscheiden, mit wem sie antreten wolle.

Ambitionen nachgesagt werden Regierungspräsident Stefan Kölliker, der dem Bildungsdepartement vorsteht. Kölliker bestätigt sein Interesse: «Ich setze mich mit grosser Überzeugung für die Anliegen des Kantons ein – und das kann ich ebenso gut im Ständerat wie in der Regierung tun.» Der SVP-Politiker will in den nächsten Tagen mit seiner Partei Gespräche führen. Neben Kölliker wird auch Nationalrat Roland Rino Büchel als möglicher Kandidat gehandelt.

FDP will Sitz verteidigen

Noch nicht über eine Kandidatur entschieden hat laut Parteipräsident Raphael Frei die FDP. Die Partei werde diese Frage über die Weihnachtstage klären. Frei geht davon aus, dass die FDP den Sitz verteidigen will.

Beeinflusst werden dürften die Überlegungen der St. Galler Parteistrategen davon, dass bereits im Oktober 2019 wieder Gesamterneuerungswahlen für den Ständerat anstehen. Bekannt ist, dass SP-Mann Paul Rechsteiner sich für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stellt. Von linker Seite wird befürchtet, dass die bürgerlichen Parteien sich für die Wahl im März auf eine Einerkandidatur einigen und dann im Herbst mit einem zweiten Kandidaten Rechsteiner angreifen könnten.

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